Mittwoch, 27. Januar 2016

Die deutschen Konsumenten sind positiv gestimmt - sagt der GfK-Konsumklimaindex

Der GfK-Konsumklimaindex steht mit 9,4 Punkten für den Februar auf Schönwetter, gab die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) heute bekannt.

Die 2000 repräsentativen Teilnehmer der GfK-Befragung scheinen also nicht von den aktuellen Herausforderungen und Risiken beeindruckt. Sie kaufen Möbel, Autos und andere hochwertige Konsumgüter.

Dabei gäbe es so vieles, was die positive Zukunftsaussicht verleiden könnte, beispielsweise:
  • der Krieg in Syrien, 
  • die ungelöste Flüchtlingsfrage, 
  • der weltweite Terrorismus, 
  • die enorm hohe (Jugend-) Arbeitslosikgkeit sowie 
  • die Wirtschaftskrisen in manchen Euroländern, 
  • die geplatzte Börsenblase in China
    (irgendwo zwischen Crash und Korrektur) sowie 
  • der Ölpreisverfall,
    der Länder direkt oder indirekt (über das sich dadurch verändernde Währungsgefüge und dadurch plötzlich hohe Importpreise) in Schwierigkeiten bringen kann. 
Wie die GfK-Indikatorpunkte-Grafik von Statista unten zeigt, waren Deutschlands Konsumenten auch fast das ganze vergangene Jahr in bester Kauflaune - dabei waren doch Terror allgemein, Daesh (der so genannte Islamische Staat Irak und Syrien) im Besonderen, die Griechenlandkrise und später der Umgang mit den Flüchtlingen ständiges Thema in den (sozialen) Medien und schien manche Menschen den Untergang des Abendlandes voraussehen zu lassen.
  Statistik: GfK-Konsumklima-Index von Dezember 2014 bis Dezember 2015 und Prognose für Januar 2016 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Als Gründe für das positive Konsumklima werden von Finanzexperten die geringe Arbeitslosigkeit in Deutschland, Einkommenserhöhungen und sinkende Heizkosten sowie Benzinpreise vermutet. Es kann aber auch sein, dass viele ihr Geld lieber ausgeben, als es nahezu unverzinst auf ein Konto zu legen oder in einen mehr oder weniger undurchsichtigen Aktienmarkt zu investieren.

Vielleicht liegt die gute Stimmung aber auch am Karneval, denn der Artikel 3 des Rheinischen Grundgesetzes lautet: Et hätt noch emmer joot jejange („Es ist bisher noch immer gut gegangen.“). Und bis wir dessen sicher sein können, verschönern wir unser persönliches Umfeld und genießen das Leben, soweit es in unserer Hand (finanzielle Mittel, Zeitaufwand, Kreativität etc.) liegt.

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Samstag, 11. Juli 2015

Geld verdienen mit Umfragen (Selbsttest)

Kann man mit Online-Umfragen Geld verdienen?
Ein Taschengeld oder sogar mehr?
"Geld verdienen mit Umfragen im Internet – ganz einfach nebenbei."

Diese Art Anzeigen weckt seit einiger Zeit meine Neugier, obwohl ich eigentlich sehr skeptisch gegenüber allem bin, das leichtes Geldverdienen verspricht. Aber ich erinnere mich gerne zurück an einen Nebenjob als Interviewerin an Flughafen-Terminals, wo ich vor ca. 20 Jahren Passagiere befragen durfte und damit gar nicht so schlecht verdiente. Kürzlich konnte ich meine Neugier nicht mehr zügeln: Ich klickte auf eine Online-Werbeanzeige, die einen Nebenverdienst für das Ausfüllen von Online-Umfragen anbot. Ich rechnete ein bisschen damit, dass große Versprechen gemacht werden würden, aber am Ende alles nur eine Abzocke ist. Als aber auf der Zielseite des Werbelinks nicht das große Geld, sondern eine interessante Tätigkeit mit Einfluss und ein wenig Taschengeld versprochen wurde, erschien mir das ziemlich seriös und ich dachte, warum nicht, probiere ich es mal aus und teile anschließend im Blog meine Erfahrungen.

Tatsächlich war die Anzeige von einer Umfragen-Vermittlungsplattform online gestellt worden. Sie funktioniert ähnlich wie die Affilate-Plattformen zum Geldverdienen für Homepages und Blogger, nur dass man sich auf der Plattform nicht bei werbewilligen Unternehmen anmeldet, sondern sich bei Marktforschungsinstituten oder anderen Datensammlern für Online-Befragungen registriert. Je nach Unternehmen und Befragung wurden Lose für Verlosungen, Punkte- oder Geld-Gutschriften für das Ausfüllen jedes Online-Fragebogens in Aussicht gestellt.

So schlecht hört sich das doch gar nicht an, dachte ich. Ich probiere es einfach mal aus, wer weiß, vielleicht ergeben sich wenigstens interessante Kontakte.

Eine Woche lang machte ich mit, füllte nebenbei neben dem Fernsehschauen zig Fragebögen aus. Doch ich war sehr bald ernüchtert: langweilig, keine Einnahmen, keine Kontakte. Selbst neben dem Fernsehen kann man interessantere Sachen machen.

Fazit: Nicht mal ein Taschengeld lässt sich so verdienen!

Bei vielen Umfragen erhält man nur Lose zur Teilnahme an einer Verlosung statt einer Bezahlung. Wenn Geld (weit unter dem Mindestlohn) in Aussicht gestellt wird, ist die Umfrage angeblich schon vergeben, wenn man sie machen möchte, oder die Umfrage wird plötzlich abgebrochen, nachdem man schon 10 Minuten lang Fragen beantwortet hat, weil man (angeblich) nicht ins Panel passt.

Da, wo es Punkte oder Geld gibt, ist die Latte, sprich die Mindestpunktzahl oder der Mindestbetrag für eine Auszahlung (Gutschrift bei einem Online-Händler oder Auszahlung über Paypal), so schwer zu erreichen, dass man vermutlich nie so weit kommt. Ich habe es in der Woche bei keinem der Datensammler auf 5 Euro gebracht – nur auf viele Lose, relativ wenige Punkte und unter einem Euro tatsächlichem Geld, das auf mehrere Meinungsforschungsfirmen verteilt und jeweils weit vom Umwandlungs-/Auszahlungslimit entfernt liegt.

Einerseits kommt man also möglicherweise nie in die Auszahlungszone, andererseits werden immer wieder neue "Umfrageanbieter" vorgeschlagen, bei denen man sich registrieren soll. Es wird permanent gelockt, aber man kommt nie irgendwo auf einen grünen Zweig. Geld verdienen funktioniert anders.

Ich kann nur abraten: Zeit kann man angenehmer verplempern und wer Geld nebenbei verdienen möchte, sollte sich lieber etwas anderes suchen.

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Sonntag, 24. Mai 2015

Jobwechsel - wenn nicht jetzt, wann dann?

Buchtipp: Gefeuert, outgesourct, unglücklich im Job -Werbelink zu amazon.de Es gibt viele Gründe, einen Jobwechsel zu erwägen. Man sucht/möchte
  • neue Aufgaben und Herausforderungen, 
  • mehr Verantwortung und Einfluss, 
  • neue Vorgesetzte und/oder KollegInnen, 
  • Wechsel von Teilzeit zu Vollzeit oder umgekehrt. 

Aber der Hauptgrund für viele ist,

  • mehr Geld zu verdienen bzw. die eigene Arbeit bestmöglich zu verkaufen 

Rein statistisch stehen die Chancen aktuell nicht so schlecht, einen neuen Job zu finden, denn die Arbeitslosenzahlen sind gesunken und die Zahl der offenen Stellen vergleichsweise hoch. Statistik: Arbeitslosenquote in Deutschland im Jahresdurchschnitt von 1995 bis 2015 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista Statistik: Bestand an gemeldeten offenen Arbeitsstellen* in Deutschland im Jahresdurchschnitt von 2007 bis 2015 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Eine Veränderung hat oft ihren Preis
Letztendlich ist die Lage aber in jeder Branche und in jeder Region anders und bei der Planung einer Neuorientierung oder eines Jobwechsels sind viele Entscheidungen zu treffen.

Man muss sich (und in der Familie) vor allem klar werden, was man bereit ist, zu investieren bzw. in Kauf zu nehmen. Beispiele:
  • eine Fort- oder Weiterbildung (vorher nebenberuflich oder hauptberuflich), um die Jobchancen zu verbessern? 
  • den Wohnort verändern (in eine andere Region, Bundesland, Land, Erdteil zu wechseln)?
  • längere tägliche Anfahrt zur Arbeit?
  • andere Arbeitszeiten?

In diesen Branchen wird aktuell besonders nach Arbeitskräften gesucht. Statistik: Verteilung der offenen Arbeitsstellen in Deutschland nach Branchen von Januar 2015 bis März 2015 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Allerdings soll man meiner Meinung nach nicht sein Leben nach Statistiken richten, denn mit besonderem Engagement und Glück kann man es auch dann schaffen, wenn alle Statistiken das Gegenteil behaupten.


Wie findet man einen neuen Job?
  • Jobbörsen im Internet
  • Empfehlungen von Freunden und Bekannten 
  • Stellenanzeigen in Fach- und Tageszeitungen 
  • Aushänge in Kantinen, an schwarzen Brettern von Unternehmen 
  • blind bewerben 

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Buchtipp:

Gefeuert, outgesourct, unglücklich im Job:
Wie man sich neu sortiert und positioniert
*
Ratgeber und Arbeitsbuch (100 Seiten)
Lara B. Schreiber
BoD, Norderstedt 2015
ISBN-13: 978-3738614572

*Werbelink

Dienstag, 21. April 2015

Hohe Zinsen verspricht die Werbung trotz Niedrigzinsen bei Sparbuch und Festgeld

Die Zinsen auf Sparbücher, Tagesgeld und Festgeld sind derzeit extrem niedrig. Die Ursache dafür ist der niedrige Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB), mit dem sie die Wirtschaft ankurbeln möchte (siehe auch Beste Geldanlage: Staatsanleihen trotz Negativzinsen?). Andererseits lockt die Werbung überall mit hohen Zinsen für Anleger - sogar für die ethische/nachhaltige Geldanlage.

Bei der Beurteilung solcher Angebote sollte man immer im Kopf haben: Hohe Zinsen zahlt nur, wer muss - wer also nicht billiger an Geld kommt. Die hohen Zinssätze bekommt man als Anleger bei Genussrechten und Nachrangdarlehen, wo man der letzte in der Gläubigerschlange ist, wenn es zur Insolvenz oder Liquidation kommt, sowie bei langlaufenden geschlossenen Fonds, die ihre eigenen Risiken  haben.

Wer mit einer solchen Investition liebäugelt, sollte sich den Vertrag und das Unternehmen sehr genau anschauen, denn er geht ein höheres Risiko ein, als er es mit einem Sparkonto, Tagesgeld oder Festgeldeinlage bei einer Bank mit Hauptsitz in der EU (mit EU-Einlagensicherung) täte. Vor allem sollte man als Anleger "niemals alle Eier in einen Korb legen", sondern sein Geld sinnvoll auf verschiedene Anlagemöglichkeiten verteilen.

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Montag, 26. Januar 2015

Steuererklärung machen - aber mit welcher Software?

Alle Jahre wieder steht die Steuererklärung an. Motivation für die Erstellung einer Steuererklärung ist die Hoffnung auf eine Steuer-Rückerstattung oder der Zwang zur Steuererklärung durch das Finanzamt - beispielsweise weil man Freiberufler ist oder ein Gewerbe hat. Inzwischen ist es fast selbstverständlich, dass man seine Steuererklärung mit Hilfe einer Steuer-Software auf dem PC, Mac oder einem anderen Computer macht, falls man sich dazu entschlossen hat, die Steuererklärung ohne Steuerberater zu verfassen. Doch welche Steuererklärungssoftware soll man nehmen? (Aktualisierung: Mai 2016)

Ende Mai ist der normale Abgabetermin für die Steuererklärung. Wer den Termin nicht einhalten kann oder will, sollte schon frühzeitig beim Finanzamt anrufen oder vom Steuerberater anrufen lassen und um eine Verschiebung des Termins bitten. Natürlich sollte man auch einen Grund dafür nennen können. Freiberufler und Selbstständige, die ihre Hauptarbeitssaison im Frühjahr haben, bekommen meiner Erfahrung nach einen Aufschub bis Ende September gewährt. Andererseits: Wer die bei den meisten ungeliebte Steuererklärung schon Endee Mai fertig hat, kann den Sommer unbelastet genießen.

Steuererklärung selbst machen oder vom Fachmann machen lassen

Grundsätzlich steht man vor der Frage, ob man die Steuererklärung selbst machen oder machen lassen soll. Wer einen Fachmann beauftragt, der muss rein theoretisch weniger fürchten, etwas falsch zu machen oder etwas Wichtiges zu vergessen, das die Steuer senken könnte. Andererseits kommt man auch mit dem Fachmann nicht um das Belegesammeln, fehlende Belege suchen und sortieren herum. Und wer die Steuererklärung selbst macht, hat nach ein bis zwei Steuererklärungen schon einiges an Wissen gesammelt und wird sich automatisch über Steuerliches auf dem Laufenden halten. Dieses Wissen lässt sich im Jahresverlauf gut nutzen, wenn es gilt Entscheidungen zu treffen - beispielsweise, wenn es um Anschaffungen, Versicherungen und Ähnliches geht.

Software für die Steuererklärung

Eine Software kann bei der Steuererklärung helfen. Ein solches Steuererklärungsprogramm nimmt einem zwar nicht die lästige Belegsuchererei und Sortiererei ab, aber erleichtert den Rest und gibt Tipps, was man eventuell noch von der Steuer absetzen kann.

Die bekanntesten Steuererklärungsprogramme sind :
Gewöhnungsbedürftig sind die Software-Benennungen, beispielsweise ist die "SteuerSparErklärung 2016" für die Steuererklärung des Jahres 2015 und die "SteuerSparErklärung 2015" für das Jahr 2014. Die Jahresangaben im Namen einer Steuer-Software beziehen sich nämlich nicht auf das Jahr, für das man die Steuererklärung erstellt, sondern auf das Jahr, in welchem man die Steuererklärung normalerweise abgeben muss - und das ist meistens das Jahr darauf.

Mein persönlicher Favorit hinsichtlich Steuer-Software ist die "SteuerSparErklärung" des Akademische-Arbeitsgemeinschaft-Verlags - das liegt vermutlich daran, dass ich sie von Anfang an hatte, mich gut mit ihr auskenne und sie die Daten des Vorjahres mit einem Klick übernehmen kann - ich gehe gehe dann anschließend die einzelnen Stationen durch, um sie zu aktualisieren/überschreiben - falls nötig. Parallel passe ich auch die Reihenfolge meiner Belege an. Was mir auch sehr gut gefällt: Ich kann mir einen Vergleich zur Vorjahres-Steuererklärung in Form einer Liste ausspielen lassen, wenn ich die Steuererklärung am Ende noch einmal überprüfe, bevor ich sie über das Elster-System direkt aus der Software heraus abschicke.

In den vergangenen Jahren habe ich auf den Cent genau so viel vom Finanzamt zurückerhalten, wie das Programm es vorausberechnet hat! Ich werte das als ein gutes Zeichen.

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Steuererklärungsprogramme - viele Testsieger

Da ich noch keine andere Steuer-Software getestet habe, kann ich nichts im Vergleich zu anderen Steuererklärungsprogrammen sagen, doch das mein(t)en verschiedene Tests (Beispiele):
  • SteuerSparErklärung 2014 für Selbstständige von Akademische Arbeitsgemeinschaft wurde von der Business&IT (4/2014) mit "sehr gut" bewertet.
  • SteuerSparErklärung 2013 plus von Akademische Arbeitsgemeinschaft erhielt von der PCPr@xis (3/2013) ein "sehr gut".
  • SteuerSparErklärung 2013 von Akademische Arbeitsgemeinschaft wurde von diesen Magazinen mit "sehr gut" bewertet: Computer (5/2013), Chip (4/2013), PCgo (2/2013) 
  • WISO Steuer-Sparbuch wurde von der Computer-Bild (24/2014) mit "sehr gut" bewertet.
  • tax 2014 wurde bei Computerbild (8/2014) Preis-Leistungs-Sieger.

Ein älterer Test von Finanztreff (3/2011) hat die SteuerSparErklärung 2011 von Akademische Arbeitsgemeinschaft und das WISO Steuer-Sparbuch zu Testsiegern mit Note 1,7 ("gut") erklärt.



Welches ist Ihr/Euer bevorzugtes Steuererklärungsprogramm und warum?

* Werbelink

Freitag, 2. Januar 2015

2015 - Änderungen rund ums Geld

Mit dem Jahreswechsel 2014 auf 2015 und im Laufe des Jahres 2015 treten einige Änderungen in Kraft, die den Geldbeutel betreffen, beispielsweise wird der Mindestlohn eingeführt, das Briefporto wird teurer, Änderungen beim Elterngeld sowie den Sozialversicherungen werden eingeführt und vieles mehr. Manches wird teuerer, anderes billiger - es lohnt sich also wieder, zu vergleichen.

Eine Übersicht der Änderungen finden Sie bei bei tinto bloggt:

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Asylkosten zu hoch? Muss man sich Sorgen machen?

"Die Asylbewerber fressen uns noch die Haare vom Kopf. Sollen die doch ihre rückständigen Länder aufbauen, statt hierher zu kommen." Solche und ähnliche Sprüche hört man dieser Tage von einigen Mitmenschen.

Ich verstehe, dass Menschen Angst vor Fremden und Fremdem haben - das ist vermutlich Selbstschutz und ich würde mich nicht wundern, wenn das sogar in den Genen verankert ist. Doch so natürlich Angst und Vorsicht erste unwillkürliche Reaktionen sind, sollte man seine eigenen Impulse sowie die Stammtischparolen von anderen im nächsten Atemzug hinterfragen und seine Ansichten und sein Verhalten der Vernunft anpassen. Und das sollte man gerade dann tun, wenn andere Menschen, insbesondere politische Gruppen, versuchen, die Stimmung aufzuheizen und an niedere Triebe wie Neid und Hass appellieren - deren Absicht hat nichts mit dem Wohl der Allgemeinheit, sondern mit ihrem eigenen Machtstreben zu tun.

Zahlen und Fakten

Die Ausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz betrugen 2013 etwas über 1,5 Milliarden Euro bei Bundeshaushalt-Gesamtausgaben 2013 von 310 Milliarden - entsprechen also weniger als einem halben Prozent der Ausgaben. Sie sind auch nicht besonders hoch, wenn man sie beispielsweise mit den Ausgaben von 2000 vergleicht.
Statistik: Bruttoausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz  in Deutschland von 2000 bis 2013 (in 1.000 Euro) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Wenn man die Ausgaben nach Bundesländern aufdröselt, sieht die Verteilung so aus:
Statistik: Bruttoausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in den Bundesländern im Jahr 2013 (in 1.000 Euro) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Sachsen, das Bundesland, in dem Dresden liegt - die Stadt mit den Pegida-Demonstrationen -, gab 2013 also weniger als 70 Millionen nach dem Asylbewerbergesetz aus, Nordrhein-Westfalen mit den höchsten Asylkosten nach dem Asylbewerbergesetz bezahlte knapp 376 Millionen. Nur zwecks der Relationen: Sachsen erhielt über den Länderfinanzausgleich 2013 selbst über eine Milliarde Euro und Nordrhein-Westfalen 692 Millionen Euro. Die Menschen dort sind also - wie jeder Mensch in irgendeiner Hinsicht - auf die Solidarität anderer angewiesen.

Hauptherkunftsländer von Asylbewerbern in Deutschland im Jahr 2014

Die Asylbewerber kommen aus Kriegs- und Bürgerkriegsländern, sind unverschuldet in Not geraten und auf Hilfe (-> tinto-Helfen) angewiesen.  Statistik: Hauptherkunftsländer von Asylbewerbern in Deutschland im Jahr 2014* | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Ich meine, die Sorge um die Asylkosten ist aktuell völlig unbegründet. Man sollte meiner Meinung nach mit Menschen, die ihre Heimat und alles, was sie hatten, unter schlimmen Umständen verlassen mussten, mitfühlen und ihnen helfen, wo es geht. Jeder hat doch in seiner eigenen Familie oder in der von Freunden und Bekannten auch solche Geschichten großer Notzeiten - als die Eltern oder Großeltern Unterschlupf bei Verwandten oder sogar Fremden suchen mussten, weil sie ausgebombt oder vertrieben worden waren. Die meisten von uns gäbe es vielleicht gar nicht, wenn sich nicht jemand unserer Vorfahren in Not erbarmt hätte. Dieses Erbarmen sollte man meiner Meinung nach anderen nicht verweigern und ihnen statt Ablehnung zumindest aufgeschlossene Neugier und Einfühlen entgegenbringen - man selbst könnte auch irgendwann wieder auf das Mitgefühl anderer und deren Bereitschaft zu teilen angewiesen sein.

Mehr Informationen
Ausgaben für Asylbewerber in Deutschland
Fakten gegen Vorurteile (IFP)
Pegida-Demonstrationen in Dresden  (Stern)
Geber und Nehmer des Länderfinanzausgleichs 2013

Donnerstag, 20. November 2014

Alle Jahre wieder

... ist Weihnachten und vorher treffen die Kreditangebote ein

Wie jedes Jahr vor Weihnachten wollen uns nicht nur die Supermärkte mit Marzipankugeln und Lebkuchen in Versuchung führen, sondern auch Schmuck-, Möbel- und Elektronikhändler, (Online-) Versandhäuser und viele andere mit Ratenkauf- und Kreditangeboten. Wir sollen auch dann kaufen, wenn wir nicht ausreichend flüssig sind.

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Wenn man sicher ist, dass man die Forderungen begleichen können wird, spricht im Prinzip nichts dagegen, auf Kreditangebote oder Ratenkäufe einzugehen - sie sind ja derzeit wirklich günstig. Aber wann kann man schon sicher sein? Eigentlich nur, wenn man weiß, dass man im Laufe der nächsten Monate eine große Summe ausgezahlt bekommt - weil eine Abfindung, Sparvertrag, Kapitallebensversicherung oder Ähnliches fällig wird. Leider passiert das nicht so oft.

Der einzelne Schuldenposten fällt zwar meist nicht so ins Gewicht, aber schnell können sich die regelmäßigen Kosten für Telefon- und Internetverträge, Möbelraten, Autokredit, Hypothek und die Abzahlungen für Küche, TV-Gerät und Waschmaschine aufsummieren.

Solange alles wie geplant läuft, man seinen Job behält, nicht krank wird oder das Haus wegen einer Scheidung oder einer schlimmen Krankheit nicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen muss, mag alles noch gut gehen, aber niemand ist hundertprozentig vor Arbeitslosigkeit, Krankheit oder zerrütteter Ehe geschützt - und das sind die Faktoren, die Menschen in die Armut treiben. Plötzlich kann man die Raten oder monatlichen Gebühren nicht mehr begleichen, überzieht das Konto, hohe Überziehungszinsen werden fällig, aber keine Bank will mehr einen günstigeren Umschuldungskredit herausrücken. Die Schuldenfalle ist zugeschnappt.

Daher: Statt nur das Beste zu hoffen - "das sind doch nur kleine Beträge, die ich ganz lässig abstottere" -, sollte man seine finanzielle Situation lieber sehr gut durchrechnen - regelmäßige Einnahmen, regelmäßige Ausgaben, Schuldenstand, Guthabenstand mit Fälligkeiten, sich über die verschiedenen Arten von Krediten und Ratenkäufen informieren und bei der persönlichen Finanzenplanung auch schlimme Eventualitäten und Auswege berechnen, bevor man sich auf Kreditangebote oder Zahlungsstundungen einlässt.

Und was die Weihnachtsgeschenke betrifft: Oft lassen sich fehlende flüssigen Mittel durch Kreativität und Einfühlungsvermögen kompensieren.

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Strafzinsen für Bankguthaben

Einen negativen Realzins haben wir schon seit einiger Zeit, da die Inflation schon länger größer ist als das, was die Zinsen auf Guthaben einbringen. Tagesgeld, Guthaben bei Banken, Bargeld und Ähnliches werden also weniger wert, auch wenn der Zinssatz positiv ist - die Bank noch Zinsen zahlt. Neu ist, dass nun auch der Zinssatz negativ sein kann, also auch der Nominalzins (das was die Bank an Zinsen zahlt) negativ werden kann. Bei solchen Negativzinsen fließt dann kein Geld auf das Anlegerkonto als Belohnung dafür, dass Geld angelegt wurde, sondern es werden Strafzinsen vom Kontoguthaben für die Verwahrung abgezogen.

In unserer bisherigen Wirtschaftswelt erhielten Kontoinhaber und Anleger (Sparer, Geschäftskunden etc.) dafür, dass sie Geldeinlagen bei einer Bank hatten, Zinsen, denn die Banken konnten mit den Guthaben arbeiten - das Geld beispielsweise als Kredite an Unternehmen verleihen und so eine Rendite erwirtschaften, von denen ein Teil eben Sparer/Anleger als Positivzinsen erhielten.

Doch seit die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins mehr und mehr gesenkt hat, um die Konjunktur anzukurbeln, die durch die Weltwirtschaftskrise, den Umgang damit sowie durch hausgemachte Länderkrisen ausgebremst wurde, ist immer mehr Geld im Umlauf. Die Banken haben andererseits weniger Möglichkeiten, Geld mit dem Geldverleihen zu verdienen, oder gehen aus Angst weniger Risiko ein - obwohl sie für das ihrerseits geparkte Geld bereits Strafzinsen bei der EZB bezahlen müssen. Infolge dieser Entwicklung wurde auch der Zins für Kontoguthaben, Sparbucheinlagen, Tagesgeld oder Festgeld immer niedriger. Wie heute von n-tv gemeldet, verlangen nun bereits die ersten Banken Negativzinsen für Guthaben.

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So verlange die Commerzbank Strafzinsen für hohe Guthaben von Geschäftskunden und die Deutsche Bank erwäge, gleichzuziehen. Die kleine Skatbank verlangt bereits seit Anfang November Negativzinsen für sehr hohe Guthaben auf Tageldgeldkonten (höher als 500.000 Euro) und Girokonten (höher als 2 Millionen).

Die gute Nachricht: Der kleine Sparer wird voraussichtlich noch nicht so bald zur Kasse gebeten. Derzeit geht es darum, Unternehmen davon abzuhalten, große Guthaben ungenutzt rumliegen zu lassen.

Tipp: Schutz vor Negativzinsen bzw. eine Verbesserung der Verzinsung können Sachanlagen wie Aktien, Immobilien, Rohstoffe und Edelmetalle bieten - wobei viel Umsicht notwendig ist, damit die höhere Gewinnchance nicht vom höheren Risiko vernichtet wird.

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Montag, 17. Februar 2014

Eingehende Stromrechnungen kontrollieren

Schneller kann man Geld nicht "verdienen"!

Derzeit gehen die Stromabrechnungen für das letzte Jahr ein. Wenn Nachzahlungen für das vergangene Abrechnungsjahr anstehen, dann werden auch die zu leistenden monatlichen Vorauszahlungen für dieses Jahr erhöht. Das kann ganz schön ins Geld gehen.

Stromrechnungen und andere Abrechnungen immer genau kontrollieren.
Schon kleine Fehler können aufs Jahr umgerechnet einen großen Batzen Geld ausmachen.
Auch wenn jeder aufgrund der Meldungen über Strompreiserhöhungen damit rechnet, dass er eventuell nachzahlen und demnächst mehr für den Strom zahlen muss, sollte man seine Stromrechnung genau kontrollieren.

Beispiel:
Als ich kürzlich meiner Mutter gegenüber mal wieder angab, wie wenig ich für den Strom bei meinem Ökostrom-Anbieter bezahle, zeigte sie mir mit unglücklichem Gesicht ihre Rechnungen von einem der großen Stromkonzerne. Kaum zu glauben: Sie sollte laut dieser Rechnung für das vergangene Jahr 600 Euro nachzahlen und ihre künftigen Abschlagszahlungen waren verdoppelt worden!

Wir glaubten zunächst, dass irgendeines der Elektrogeräte defekt sei und daher Unmengen Strom verbrauche, denn auf der Rechnung waren - sehr cool! - Verbrauchsdaten von Durchschnittshaushalten aufgeführt und die lagen viel niedriger. Nun ist meine Mutter aber sehr sparsam bei Strom und Heizung, und da sie kein einziges Gerät neu gekauft hatte, glaubten wir, dass nur die alte Gefriertruhe an der hohen Stromrechnung schuld sein könne. Aber wirklich überzeugt waren wir noch nicht.

Dann fand meine Mutter die Kärtchen, auf denen sie alljährlich die Zählerstände notiert hatte, bevor sie sie per Postkarte an den Stromanbieter übermittelte. Und nun endlich erkannten wir die wahre Ursache für die hohe Stromrechnung: Es hatte offensichtlich einen Übertragungsfehler beim letzten Zählerstand gegeben.

Wir kontrollierten sicherheitshalber noch einmal den aktuellen Strom-Zählerstand im Keller - und tatsächlich lag der nur etwas höher als der, den meine Mutter im Monat zuvor auf dem Kärtchen notiert hatte, und sehr weit unter dem Zählerstand, der auf der Rechnung angegeben war.

Ende gut, alles gut: Ein Anruf beim Stromanbieter genügte, bei dem der Zählerstand richtiggestellt wurde. Nun erhält meine Mutter eine neue Stromabrechnung und eine neue Rechnung für die künftigen Strom-Abschlagszahlungen. Sie hat dadurch erst einmal 1.200 Euro gespart.

Schneller, als durch die Kontrolle der eingehenden Rechnungen, kann man Geld fast nicht "verdienen"!

PS:
Sicher wäre der Fehler auch im nächsten Jahr bei der Übermittlung des Zählerstandes aufgefallen und ausgeglichen worden, aber was wäre geschehen, wenn meine Mutter ihren Stromanbieter bis dahin gewechselt hätte: Vermutlich wäre das Geld weg gewesen. Genauso natürlich auch, wenn der Stromanbieter insolvent werden würde - wie man an den Beispielen TelDaFax-Pleite und Flexstrom-Pleite gesehen hat.

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